Windows 10 - Machen oder lassen

Windows 10 – Machen oder lassen?

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Seit Ende Juli verteilt Microsoft Windows 10 kostenlos an Privatkunden als Upgrade. Im geschäftlichen Bereich scheint der Umstieg auf das neue Betriebssystem aus Redmond nur eine Frage der Zeit zu sein. Unsere Informatiker haben nach zwei Monaten erste Praxiserfahrungen mit Windows 10 gesammelt.

Das ändert sich mit Windows 10

Bei Windows 10 ändert Microsoft seinen Umgang mit den Upgrades tiefgreifend. In Zukunft werden keine neuen Versionen des Betriebssystems mehr veröffentlicht. Windows 10 bleibt sozusagen „Windows 10“. Anstatt großer Sprünge werden kontinuierlich Updates die Software auf dem aktuellen Stand halten. Allerdings sind einige elementare Fragen noch nicht geklärt. Wie in Zukunft grundlegend neue Funktionen und Umstellungen erfolgen sollen, gibt man in Redmond noch nicht preis. Mit hoher Wahrscheinlichkeit treten an die Stelle neuer Windows-Versionen große Service Packs, die kostenpflichtig sind. Eine einmal installierte Windows 10 Version erhält demnach nur Funktionsupgrades bis zu einem bestimmten Level und Zeitpunkt. Ob und wie einzelne Features separat dazu gebucht werden können, ist noch nicht bekannt. Es ist sogar ein Abo-Model wie bei Microsoft Office ist denkbar. Fest steht jedoch, dass Windows 10 in allen Versionen (Home- und Business Bereich) zehn Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt wird.

 

Windows 10 Updates für Geschäftskunden

Eine der größten Neuerungen bei Windows 10 ist die unterschiedliche Geschwindigkeit bei den Funktions-Updates. Nicht-Business Kunden mit z.B. Windows 10 Home oder Premium erhalten automatisch und unmittelbar Sicherheits- und Funktionsupdates. Im Gegensatz dazu können Geschäftskunden (Windows 10 Pro bzw. Enterprise) Updates verzögern. Microsoft bietet an, vier bzw. acht Monate später an der Funktions-Aktualisierung teilzunehmen. Das soll sicherstellen, dass Probleme und Inkompatibilitäten vollständig bereinigt sind. Damit soll Windows 10 im Business-Bereich noch zuverlässiger werden. Zusätzlich können sich Enterprise-Nutzer für eine LTSB (Long Term Servicing Branch) Variante von Windows 10 entscheiden. Damit lassen sich Funktions-Updates gänzlich unterbinden.

 

Fallstricke für Geschäftskunden

Das beliebte Windows 7 bietet seit Jahren eine stabile Basis im Unternehmen. Sein Nachfolger Windows 8, bzw. 8.1. hat nie seine Verbreitung erfahren. Daher stehen die meisten unserer Kunden vor der Frage, direkt von Windows 7 auf Windows 10 umzusteigen.

Da Windows 10 auf derselben Technologie basiert wie seine Vorgänger, sind Treiberprobleme bis auf wenige Spezialfälle selten. Schwerer wiegt die Umstellung der Branchensoftware. Viele Hersteller weisen darauf hin, dass die Tests noch nicht abgeschlossen sind. In der Praxis ist das Risiko, dass Funktionsbeeinträchtigungen auftreten noch hoch. Erschwert wird die Situation zusätzlich, wenn gemischte Umgebungen auf mehreren Betriebssystem-Generationen anzutreffen sind. Eine eventuelle zeitweise Rückmigration zu Windows 7 behindert nicht nur den Betrieb, sondern ist auch mit Kosten verbunden.

Ein weiterer und häufig unterschätzter Aspekt einer Umstellung stellt das abweichende Bedienkonzept von Windows 10 dar. Da die überwiegende Zahl der Nutzer wegen des misslungenen Bedienkonzepts von Windows 8 auf ein Upgrade verzichtet haben, werden viele Mitarbeiter in der Anfangszeit Schwierigkeiten mit der neuen Benutzeroberfläche von Windows 10 haben. Microsoft hat den Versuch unternommen, das Kachel-Design besser tauglich für den Desktop zu machen. Nichts desto trotz sind die Unterschiede spürbar und erfordern Einarbeitungszeit.

Besonders im Gesundheits- und Entwicklungsbereich ist Datenschutz wichtig. Es mehren sich Anzeichen, dass Microsoft Windows 10 noch „kommunikativer“ gestaltet hat als seine Vorgänger. In welchem Umfang das Betriebssystem Nutzerdaten tatsächlich protokolliert und nach Redmond sendet, ist noch nicht erwiesen. Microsoft spricht offiziell nur vom Surfverhalten, den Apps aus dem Windows Store und Hotspot und Wi-Fi-Netzwerknamen sowie deren Kennwörtern.

Darüber hinaus durchsucht der persönliche Assistent Cortana fortlaufend im Hintergrund alle nutzerrelevanten Daten wie Emails, Surfverhalten und trackt den Standort. Dazu legt Cortana ein persönliches Nutzerprofil an, um Servicevorschläge zu unterbreiten. Die Sprachsteuerung wertet parallel Umgebungsgeräusche für Sprachkommandos aus.

 

Windows 10 – Einen Versuch wert?

Von einer bestehenden Windows 7–Installation auf Windows 10 zu wechseln, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sinnvoll. Microsoft hat seine Lizenzierung und Kostenmodelle noch nicht so konkretisiert, dass man in die nächsten Jahre planen kann. Der Support-Zeitraum für Windows 7 beträgt noch fünf Jahre. Bis 2020 wird es mit Sicherheitsupdates versorgt. Das verschafft Zeit, die Umstellung zu vorzubereiten.

Die momentane Welle der kostenlosen Windows 10–Upgrades für Privatanwender wird helfen, Windows 10 weiter zu verbreiten und die Fehlerbereinigung voranzutreiben. Microsoft nutzt die Home-Versionen als Testfeld. Daher kann und sollte der Wechsel warten. Business-User erhalten ohnehin kein kostenloses Upgrade innerhalb des ersten Jahres und sind so nicht unter Zeitdruck zu entscheiden.

Bei Neuanschaffungen ist Windows 10 unumgänglich. Zwar ist ein Downgrade auf Windows 7 möglich und wird von guten Markenherstellern garantiert. Allerdings ist dies bei sehr neuer Hardware oder Geräten mit Touchscreen keine Option. Für diese beiden Fälle treten mit Windows 7 zu viele Schwierigkeiten auf.

Für professionelle Windows 8 (8.1.)-Nutzer stellt sich gegenwärtig die Frage nach dem Umstieg nicht. Die Bedienoberfläche von Windows 10 verspricht keine Erleichterung gegenüber Windows 8.1 und die Performance- und Funktionsverbesserungen sind überschaubar. Im Übrigen haben viele Nutzer ohnehin mit Hilfsprogrammen wie z.B. „Classic Shell“ die Oberfläche auf den Stil von Windows 7 hin verändert, um einfacher auf dem Desktop arbeiten zu können. Diese User würden nur ohne Not die Problematik des letzten Umstiegs wiederholen. Schließlich endet der Support für Windows 8 (8.1) erst im Jahr 2023, d.h. er ist nur unwesentlich kürzer als bei dem aktuellen Windows.

Die wenigen verbliebenen Windows Vista–Installationen sind in der Regel nur noch auf sehr alter und leistungsschwacher Hardware anzutreffen. Windows 10 ist aus diesem Grund kein gangbarer Weg. Ohnehin schließt die Treiberversorgung einen Umstieg aus. Besonders Peripherie-Geräte, die noch mit Vista (32bit) betrieben werden konnten, erreichen das Ende ihres Lebenszyklus. Darunter fallen z. B. Multifunktionsgeräte (Drucker/ Fax/ Scanner).

Die Datenschutz-Problematik bei Windows stellt keinen Hinderungsgrund dar. Microsoft ist nur eine Firma unter vielen, die sich an den Daten der Kunden bedienen. Google und Apple handhaben ihre Daten-Politik nicht anders. In einer gut gemanagten IT-Infrastruktur greifen ohnehin Sicherheitsmechanismen, die die sicherheitsrelevanten Daten vor Zugriffen schützen.

 

Wabnitz IT managt Upgrade auf Windows 10

Wabnitz IT berät Sie gerne bei dem Umstieg auf Windows 10. Wir erstellen für Bestands- und Neukunden einen detaillierten Plan, damit die Umstellung kosteneffizient und ohne Reibungsverluste von statten gehen kann. Für die Branchen-Software geben wir Hilfestellungen und prüfen die Kompatibilität in enger Abstimmung mit den Herstellern. Parallel hierzu greift unser Backup-Management, das Datenverluste ausschließt.

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